Liebe Schwestern und Brüder,

Im Jahreskreis sind wir beim Pfingstfest angekommen.

Wir kennen das Geschehen  aus der Apostelgeschichte und es ist uns recht gut vertraut, was damals in Jerusalem geschah.
Gottes Heiliger Geist, von Jesus versprochen, kam auf die versammelten Apostel herab.
Und wir sind überzeugt, dass er bis in unsere Gegenwart wirkt.
Aber wenn wir uns auf unserer Welt umschauen, so scheint es nur noch Schreckensnachrichten zu geben. Bilder von Terroranschlägen, Flüchtlingselend, Kriege, Gewalt wo man nur hinsieht und diese weltumspannende Pandemie. Und welche Schreckensmeldungen werden uns morgen erreichen ?

Welcher böse Geist ist es, der die Welt in Atem hält? Oder müssen wir eher fragen, welchen bösen Geist die Menschen auf den Plan gerufen haben oder zumindest kaum etwas gegen diesen Geist unternehmen?
Schließlich ist es doch die überall gegenwärtige Ungerechtigkeit, der Egoismus, der Hass und die Feindschaft, welche diesem bösen Geist erst ‚lebensfähig‘ machen!
Als Christen setzen wir dagegen auf Gottes Geist – auf seinen guten Geist. Es ist ein Geist der Liebe, der Vergebung, der Gerechtigkeit – und damit scheinbar auch ein Geist der Ohnmacht, zumindest in unserer heutigen Zeit. Doch täuschen wir uns nicht!

Dieser Geist besitzt eine ungeheure Kraft!

Er ist wie der Wassertropfen, der den härtesten Stein zermürbt; er ist wie die Kraft des Löwenzahns, der den Asphalt durchbricht. Sein Markenzeichen ist eben nicht Gewalt, sondern - er kommt mit Liebe, Güte und Geduld und möchte diese auch in unsere Herzen einpflanzen.

Es ist die Zärtlichkeit Gottes zu den Menschen, die uns in seinem Geist begegnet.
Im Zeichen der Handauflegung bei Taufe oder Firmung geschieht Begegnung mit dem Geist Gottes und immer, wenn wir ihn im Gottesdienst auf uns herabrufen. 
Ja, Handauflegung, das erinnert uns an die heilsamen Hände unserer Mutter oder die schützenden Hände des Vaters.
Die Zuwendung Gottes in seinem Geist begleitet  uns durch unser ganzes Leben. Er hilft uns Spannungen auszuhalten, Gräben zu überspringen, Trauer zu überwinden und Ängste zu besiegen.
Wir sehen: wenn auch der Geist Gottes in unserer Welt schwach scheint, so liegt doch im Glauben an ihn eine gewaltige Kraft. Eine Kraft, die Berge versetzen und die Welt verändern kann.

Wir müssen uns nur diesem Geist öffnen und in unserer Welt Raum geben.

Bitten wir also auch in unserer Zeit um diesen Geist und um die Bereitschaft der Menschen, seine Gaben anzunehmen.

Dann fühlen wir uns gestärkt und selbst schwere Stunden und Sorgen werden uns nicht umwerfen.
Gott ist bei uns, sein Geist leitet uns, das ist das Wichtige was uns dieses Pfingstereignis sagen will.

So wünsche ich allen ein frohes, gesegnetes Pfingstfest!

Diakon N. Malina

 

Eine Schale will ich sein

 

Eine Schale will ich sein

empfänglich für Gedanken des Friedens

Eine Schale für dich, Heiliger Geist

Meine leeren Hände will ich hinhalten

offen für die Fülle des Lebens

Leere Hände für dich, Heiliger Geist

Mein Herz will ich öffnen

bereit für die Kraft der Liebe

Ein Herz für dich, Heiliger Geist

Gute Erde will ich sein

gelockert für den Samen der Gerechtigkeit

Gute Erde für dich, Heiliger Geist

Ein Flussbett will ich sein

empfänglich für das Wasser der Güte

Ein Flussbett für dich, Heiliger Geist

 

Anton Rotzetter 

 

Anton Rotzetter 

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